Mittwoch, Oktober 18, 2006

Das Ende der Saison

Nur noch wenige sind mutig und trauen sich im Oktober auf die bezaubernde Insel Sardinien. Die Luft ist nicht mehr so heiß, dass man glaubt, man würde gebraten. Die Winde wehen kräftig. Die großen Hotelanlagen sind glücklicher Weise alle verriegelt, menschenleer, in den Winterschlaf verfallen. Souvenirshops müsste man suchen, wenn es denn nach Nippes gelüstet. Es gibt zwar einen Fahrplan der anzeigt, es könnten auch Busse fahren, aber der geneigte Tourist wird lange warten, sehr lange und letztlich vergebens. Es gibt nur Ruhe. Warmes, herbstliches Sonnelicht, mächtige Berge, rauschend blaues Meer, rundegeschliffene Felsen, Geruch nach Thymian und Wachholder, kühler Wind und diese Stille. Wahrscheinlich ist das für mich so unfassbar, weil ich in dieser großen lauten Stadt wohne und es hier nie so friedlich ist. Ach waren wir schön faul. Eine ganze Woche nichts tun müssen. Gute Bücher lesen, viel schlafen, auf’s Meer schauen, Latte Macchiato trinken, Menschen beobachten, Einsamkeit aushalten, lachen, Geschichten erzählen, Gedanken nachhängen, Gerüche aufnehmen, Wärme genießen.....