Mittwoch, August 16, 2006

Amsterdam

....diese Frage stellte ich mir auch und macht am wieder die Probe auf's Exempel und kam doch erstaunlicher Weise bis Amsterdam. Die liebe Mel lebt dort und ab und an, besuch' ich sie mal, damit sie nicht ganz das Deutschsprechen verlernt ; ). Ich gestehe, ich bin auch wirklich ein Amsterdam-Fan. Ja, ja ich höre die geneigten Leser schon denken. 'Klar Amsterdam-Fan (Augenzwinkern)?!' Ich möchte mal ausdrücklich festhalten: Ich fahre nicht nach Holland um Tulpenzwiebeln, Tomatenstecklinge oder sonst irgendwelche anderen Pflanzenteil zu erstehen. Tulpenzwiebeln sind auch beim Schlecker um die Ecke viel günstiger. Und Hollandtomaten mag eh niemand. Das musste mal gesagt werden!!!!
Was mich am meisten an dieser Stadt fasziniert ist die Tatsache, dass ich überall ganz bequem mit dem Fahrrad langfahren kann und das tausende andere Menschen auch tun. (In Berlin hat man ja mit Schrecken festgestellt, dass die Zahl der Fahrradfahrer so rapide zugenommen hat und man müsste ja nun mal laaaangsam nachdenken, das Netz der Fahrradwege auszubauen. Aber langsam! Erst mal denken, verhandeln, Anträge stellen, verhandeln, Verträge unterschreiben und vielleicht auch irgendwann anfangen zu bauen).

In Amsterdam gibt es einige Brücken, die um die Durchfahrt größerer Boote und Schiffe zu ermöglichen, komplett hochgeklappt werden können. Ein Wunderwerk der Technik! Als wir eine dieser Brücken überqueren wollten, lag gerade eine Yacht vor der Brücke und wartete offensichtlich darauf, dass die Durchfahrt gewährt wird. Mel schlug also vor, einfach ein paar Minuten zu warten. Es würde dann ein Uniformierter vom Hafen auf dem Moped angebraust kommen und mit einem Knopfdruck die Straße in die Senkrechte klappen. Wir warteten. Wir hatten ja Zeit. Die Yacht setzte mal zurück, dann wieder vor. Wir nahmen auf der Wiese am anderen Ufer platz. Ich machte schon mal ein Fotto von der geschlossenen Brücke. Noch eine Zigarette. Die Yacht drehte um. Die Brücke blieb geschlossen. Drei Boote kamen und waren aber leider so flach gebaut, dass sie unten durch passten. Mist! Nach noch einigen Minuten Schiffe-Gucken , gaben wir auf und fuhren heim. Am nächsten Tag, wieder in der Nähe der besagten Brücke, sahen wir es von Weitem. Die Straße führte an dieser Stelle gen Himmel. Aber nun hatte ich keine Lust mehr auf ein spektakuläres Foto. Nun nicht mehr! Aber irgendwie erinnerte mich die Szenerie an so manchen Actionfilm, in dem das Fluchtfahrzeug über die schon fast gänzlich aufgeklappte Brücke springt und unglaubwürdig zwar, aber dennoch unversehrt auf der anderen Seite des Kanals landete.
Übrigens gibt es in Amsterdam noch eine schöne Film-Assoziation. Wenn ich diese wunderbaren touristentauglichen, decken- und seitenverglasten Schiffe sehe. Verfluchtes Amsterdam! Da hängt in einer Szene eine Leiche so an einer Brücke, dass sie blutverschmiert über einen durchfahrenden solchen Kahn schleift. Mmmhh lecker. „Lecker“ sagt auch der Holländer zu allem was schön, nett und gut ist und der Film „Verfluchtes Amsterdam“ wurde gänzlich nicht in Amsterdam sondern in Utrecht gedreht.
Ein paar weitere Eindrücke aus Amsterdam sind im Fotoalbum zu sehen.